Der Responsible Down Standard, abgekürzt RDS, ist ein unabhängiger Tierwohlstandard für Daunen und Federn. Er wurde 2014 eingeführt und wird von Textile Exchange verwaltet.
Was der Standard verlangt
RDS schließt Lebendrupf und die Gewinnung von Daune aus der Stopfmast für Stopfleber aus. Geprüft werden die Haltungsbedingungen entlang der gesamten Kette, von den Elterntierbetrieben über Mast und Schlachtung bis zur Verarbeitung. Jeder Betrieb muss zertifiziert sein, und die Ware wird über eine lückenlose Dokumentation nachverfolgt, sodass Daune aus zertifizierten und nicht zertifizierten Quellen nicht vermischt werden kann.
Wie sich das prüfen lässt
Zertifiziert wird von unabhängigen Prüfstellen. Auf dem Produkt oder in der Produktbeschreibung sollte neben dem Logo eine Zertifikatsnummer angegeben sein. Die bloße Aussage, es werde kein Lebendrupf verwendet, ist ohne geprüfte Lieferkette wenig belastbar.
Alternativen und Ergänzungen
Neben RDS gibt es den europäischen Downpass, der ähnliche Anforderungen stellt, sowie firmeneigene Programme einzelner Marken. Ergänzend prüft bluesign den Chemikalieneinsatz in der Produktion, sagt aber nichts über Tierwohl. Wer ganz auf tierische Materialien verzichten möchte, findet vegane Alternativen mit Kunstfaserfüllung, etwa unter Damen-Steppjacken.
Was RDS nicht abdeckt
Der Standard betrifft ausschließlich das Tierwohl entlang der Daunenlieferkette. Über den ökologischen Fußabdruck der Jacke, über die eingesetzte Chemie beim Färben und Imprägnieren oder über die Arbeitsbedingungen in der Näherei sagt er nichts aus. Wer diese Aspekte einbeziehen will, achtet zusätzlich auf Systeme wie bluesign oder den Global Recycled Standard für recycelte Materialien.
Recycelte Daune
Eine weitere Möglichkeit ist wiederaufbereitete Daune aus alten Bettwaren und Kleidungsstücken. Sie wird gereinigt, sortiert und neu verarbeitet und ist unter dem Global Recycled Standard zertifizierbar. Die Bauschkraft liegt meist etwas unter der von Frischdaune, dafür entfällt der Bedarf an neuem Rohmaterial.