Die wasserabweisende Ausrüstung auf der Außenseite einer Jacke ist ein Verschleißteil. Sie nutzt sich durch Reibung, Schmutz und Waschgänge ab. Wird sie nicht erneuert, saugt sich der Oberstoff voll, die Jacke wird schwer und kalt, und selbst eine intakte Membran wirkt plötzlich undicht.
Woran der Zeitpunkt zu erkennen ist
Der Test dauert eine Minute: Wasser auf den trockenen Ärmel tröpfeln. Bilden sich runde Perlen, die abrollen, ist alles in Ordnung. Verlaufen die Tropfen und dunkelt der Stoff nach, ist die Ausrüstung erschöpft. Typische Vorboten sind dunkle Flecken an Schultern und Oberarmen, also dort, wo Rucksackgurte und Regen am stärksten wirken.
Erst waschen, dann imprägnieren
Auf einer verschmutzten Jacke haftet keine neue Imprägnierung. Waschen Sie die Jacke deshalb zuerst mit einem Spezialwaschmittel für Funktionsbekleidung, ohne Weichspüler und mit ausreichend Spülgängen. Häufig genügt schon die Wäsche allein, weil sich vorhandene Ausrüstung durch Hitze wieder aufrichtet. Mehr dazu steht im Ratgeber zum Waschen von Winterjacken.
Spray oder Einwaschmittel?
Einwaschprodukte kommen in die Waschmaschine und behandeln das gesamte Kleidungsstück, also auch Innenfutter und Membran. Das ist bequem, kann bei gefütterten Jacken aber die Atmungsaktivität leicht verringern. Sprays behandeln nur die Außenseite, sind dadurch materialschonender und für Daunenjacken die bessere Wahl. Für stark beanspruchte Hardshells sind Einwaschmittel praktisch, für Alltagsjacken das Spray.
So wird es gemacht
Die Jacke feucht oder trocken, je nach Herstellerangabe, auf einen Bügel hängen. Das Spray gleichmäßig aus etwa 20 Zentimetern Abstand auftragen, besonders sorgfältig an Schultern, Kapuze und Ärmelaußenseiten. Überschuss mit einem Tuch abnehmen, damit keine Flecken entstehen. Anschließend antrocknen lassen.
Hitze ist der entscheidende Schritt
Die meisten Ausrüstungen brauchen Wärme, damit sich die Moleküle aufrichten und ihre Wirkung entfalten. Dafür die Jacke 20 bis 30 Minuten bei niedriger Temperatur in den Trockner geben oder mit dem Bügeleisen auf niedrigster Stufe und einem Tuch dazwischen überbügeln. Ohne diesen Schritt bleibt die Wirkung deutlich hinter dem Möglichen zurück. Prüfen Sie danach erneut mit dem Wassertropfen-Test.
Was mit PFC-freien Mitteln anders ist
Moderne, PFC-freie Imprägnierungen sind umweltfreundlicher, halten aber kürzer und reagieren empfindlicher auf Schmutz. Rechnen Sie damit, ein- bis zweimal pro Saison nacharbeiten zu müssen, statt nur einmal im Jahr. Das ist der Preis für den Verzicht auf schwer abbaubare Fluorchemie und aus Umweltsicht gut angelegt.
Grenzen der Imprägnierung
Eine Imprägnierung ersetzt keine Membran. Sie sorgt dafür, dass Wasser abperlt, macht aber aus einer wasserabweisenden Jacke keine wasserdichte. Undichte Nähte, defekte Reißverschlüsse oder Risse lassen sich damit ebenfalls nicht beheben. Wer echten Regenschutz braucht, greift zu Modellen mit geprüfter Wassersäule, etwa bei den wasserdichten Damen-Winterjacken.
Kurz zusammengefasst
Testen, waschen, imprägnieren, mit Wärme fixieren. Ein- bis zweimal pro Saison genügt und verlängert die Lebensdauer der Jacke spürbar.
Nur die Stellen behandeln, die es brauchen
Manchmal genügt eine punktuelle Auffrischung. Wenn Wasser lediglich an Schultern und Oberarmen einzieht, reicht es, dort nachzusprühen und mit dem Bügeleisen über einem Tuch zu fixieren. Das spart Material und schont den Rest der Jacke. Bei Daunenjacken ist dieses Vorgehen ohnehin sinnvoller als eine Maschinenbehandlung.
Sicherheit beim Sprühen
Sprays sollten grundsätzlich im Freien oder in einem gut belüfteten Raum angewendet werden, nicht in der Wohnung und nicht in der Nähe offener Flammen. Danach die Jacke ausdünsten lassen, bevor sie in den Schrank kommt. Nach der Anwendung Hände waschen und leere Behälter über den Wertstoffhof entsorgen.