Eine Winterjacke wird selten gewaschen, und genau das ist ein Fehler. Hautfette, Schweiß und Straßenstaub setzen sich in den Fasern fest, verkleben die Füllung und lassen die wasserabweisende Ausrüstung der Oberfläche versagen. Eine sauber gewaschene Jacke wärmt besser und perlt wieder ab. Wichtig ist nur, dass die Wäsche zum Material passt.
Vorbereitung
Zuerst das Pflegeetikett lesen, es hat immer Vorrang vor allgemeinen Ratschlägen. Dann alle Taschen leeren, sämtliche Reißverschlüsse schließen, Klettverschlüsse zukletten und die Kapuze abnehmen, falls sie abnehmbar ist. Fellbesatz aus Echtfell gehört nicht in die Maschine. Stark verschmutzte Stellen an Kragen und Ärmelenden lassen sich vorab mit etwas Flüssigwaschmittel und einer weichen Bürste behandeln.
Daunenjacken
Daune verträgt Wasser besser als ihr Ruf, aber nur mit dem richtigen Mittel. Normales Vollwaschmittel enthält Tenside und Aufheller, die das natürliche Fett der Daune auswaschen. Die Daune wird dann spröde und bauscht nicht mehr auf. Verwenden Sie ein spezielles Daunenwaschmittel und waschen Sie im Feinwaschgang bei 30 Grad. Kein Weichspüler. Anschließend zwei bis drei zusätzliche Spülgänge, denn Waschmittelreste verkleben die Füllung.
Der wichtigste Schritt ist das Trocknen. Die Jacke gehört in den Trockner, bei niedriger Temperatur und mit zwei bis drei sauberen Tennis- oder Trocknerbällen. Diese schlagen die verklumpte Daune wieder auf. Das dauert je nach Jacke zwei bis drei Durchgänge und insgesamt gut zwei Stunden. Zwischendurch die Jacke herausnehmen und Klumpen mit den Fingern auseinanderziehen. Ohne Trockner geht es nur mit sehr viel Geduld: flach liegend trocknen und die Füllung mehrmals täglich von Hand auflockern.
Kunstfaserjacken
Kunstfaser ist unkompliziert. Feinwaschgang bei 30 Grad, Flüssigwaschmittel ohne Weichspüler, moderater Schleudergang. Getrocknet wird an der Luft oder bei niedriger Temperatur im Trockner. Die Fasern verklumpen nicht wie Daune, deshalb sind Trocknerbälle hier optional. Modelle wie die Steppjacken für Damen vertragen diese Prozedur problemlos mehrere Male pro Saison.
Fleece
Fleece wird bei 30 Grad gewaschen, ebenfalls ohne Weichspüler, denn dieser legt sich als Film auf die Fasern und nimmt dem Material seine Atmungsaktivität. Fleece nicht heiß trocknen, die Oberfläche verfilzt sonst. An der Luft trocknet es ohnehin innerhalb weniger Stunden. Passende Modelle gibt es unter anderem bei den Fleecejacken für Herren.
Jacken mit Membran
Bei Hardshell- und Skijacken mit Membran ist die Wäsche besonders wichtig, weil Schmutz die Atmungsaktivität blockiert. Ein Spezialwaschmittel für Funktionsbekleidung verwenden, bei 30 bis 40 Grad waschen und danach die wasserabweisende Ausrüstung reaktivieren: entweder im Trockner bei niedriger Temperatur oder mit dem Bügeleisen auf niedrigster Stufe und einem Tuch dazwischen. Perlt das Wasser danach immer noch nicht ab, ist eine neue Imprägnierung fällig.
Was Jacken schadet
Weichspüler, Bleichmittel und chemische Reinigung sind bei Funktionsjacken tabu. Ebenso das Trocknen auf der Heizung, weil punktuelle Hitze Membranen und Klebenähte angreift. Und die Jacke sollte im Sommer nicht zusammengepresst im Vakuumbeutel liegen, sondern locker hängend gelagert werden, damit die Füllung ihr Volumen behält.
Kurz zusammengefasst
Ein- bis zweimal pro Saison waschen schadet keiner Winterjacke, im Gegenteil. Entscheidend sind das passende Waschmittel, 30 Grad, kein Weichspüler, gründliches Spülen und bei Daune unbedingt der Trockner mit Bällen.
Wie oft ist sinnvoll?
Eine Jacke, die täglich getragen wird, verträgt zwei bis drei Wäschen pro Saison. Bei sichtbarem Schmutz, muffigem Geruch oder nachlassendem Abperlverhalten ist der Zeitpunkt ohnehin gekommen. Zwischendurch reicht es oft, Kragen und Ärmelenden feucht abzuwischen und die Jacke gut auslüften zu lassen, statt sie gleich komplett zu waschen.
Waschmaschine richtig vorbereiten
Bevor eine Funktionsjacke in die Trommel kommt, sollte das Waschmittelfach von Resten befreit werden. Rückstände von Vollwaschmittel und Weichspüler lagern sich sonst auf dem Gewebe ab und blockieren genau das, was die Jacke leisten soll. Bei kleinen Maschinen empfiehlt es sich, nur ein einziges Kleidungsstück zu waschen, damit die Jacke genug Platz hat und Wasser und Waschmittel überall hinkommen.
Nach dem Waschen
Prüfen Sie das Abperlverhalten mit ein paar Tropfen Wasser auf dem trockenen Ärmel. Perlen sie ab, ist alles gut. Verlaufen sie, ist eine neue Imprägnierung fällig. Danach die Jacke hängend und locker im Schrank aufbewahren, nicht gefaltet unter anderen Kleidungsstücken; besonders Daune dankt es mit dauerhaft besserer Bauschkraft.